
Bruchsteine sind gebrochene, häufig nicht weiter bearbeitete, unregelmäßige Steine (Wasserbausteine).
Mauersteine sind gespaltene und, mehr oder weniger, genau formatierte Steine.
Trockenmauerstein ist der Begriff für einen nicht vermörtelten Mauerstein.
Trockenmauern aus Sandstein, Muschelkalkstein, Grauwacke werden, wie der Name sagt, trocken, also ohne Mörtel aufgebaut. Als Grundlage am Mauerfuß benötigen Sie ein Fundament aus Schotter (Frostschutz) von ca. 30 bis 50 cm Tiefe. Je nach Untergrund in doppelter, besser dreifacher Mauerbreite.
Der Schotter wird lagenweise verdichtet.
Die Trockenmauersteine werden Schicht für Schicht trocken aufeinandergesetzt. Größere Hohlräume zwischen den einzelnen Steinen können mit kleinen Steinkeilen geschlossen werden! Gemäß den allgemeinen Anforderungen an den Naturstein (DIN 1053 Natursteinmauerwerk), sind geschichtete Gesteine (z.B. Sandstein) im Bauwerk so zu verwenden, wie es Ihrer natürlichen Schichtung entspricht. (Erkennbare Ablagerungsschichten im Stein werden horizontal, also waagerecht zur Maueransicht eingebaut) Trockenmauern sollten eine Höhe von 150cm – max.180cm cm nicht übersteigen. Mauern welche mittels eines Zementmörtels fest vermauert hergestellt werden unterliegen den gleichen Bedingungen wie eine Trockenmauer, sofern die Mauer der Geländeabstützung dient. Freistehende Mauern werden (in der Regel) als so genannte „zweihäuptige“ Natursteinmauern erstellt. Also zwei Mauern, mit einer vorderen und einer hinteren Ansichtsfläche. Die Hohlräume zwischen beiden Mauern können mit Schotter, besser mit drainagefähigem Magermörtel (Drainschotter mit Trasszement 6:1, erdfeucht) aufgefüllt werden. Um eine höhere Mauerstabilität zu erreichen werden lange Steine als Bindersteine, (möglichst 2 – 3 Stück per m² Mauerfläche) quer zur Maueransichtsfläche eingebaut.
Zur optimalen Standfestigkeit werden Stützmauern nicht senkrecht, sondern mit einer Neigung (Dossierung) von mind. 10º bis max. 15º gegen den Hang gesetzt. Mauer- und Böschungssteine sollten möglichst nicht mit dem Erdreich in direkte Verbindung kommen! Um eine ausreichende Standfestigkeit einer (nicht bewehrten) Natursteinmauer zu gewährleisten, sollte die Mauerstärke ca. ein drittel der endgültigen Mauerhöhe entsprechen.
Bitte achten Sie darauf, dass bei Stützmauern aus formatierten Mauersteinen (z. B. 10/20/40cm) mindestens jeder zehnte Stein mit seiner langen Seite quer zur Mauerlänge als „Binderstein“ zum Hinterfüllmaterial eingebaut wird. Das gibt Ihrer Mauer die nötige Stabilität. Zum Hinterfüllen empfehlen wir gut drainagefähiges Material wie Drainschotter (gewaschener Schotter ohne „0“ Anteile) oder Kies (ggf. gebunden mit Trasszement, wie vorstehend „Bruchsteinmauer“). Bei stark austretendem Wasser ist evtl. eine Drainageleitung am Mauerfuß vorzusehen. Eine wasserdurchlässige Hinterfüllung der Stützmauer sollte mind. 15cm – 20cm stark sein, falls möglich auch mehr. (Die vielfach empfohlene „Noppenbahn“ ist kein Ersatz für eine Drainagehinterfüllung!)
Mauermörtel* erstellen Sie selbst unter Verwendung von Trasszement und Sand im Verhältnis von 1:3 – 1:4. Fertigmörtel* für den Außenbereich müssen lt. aufgedruckter Verarbeitungsanleitung ausdrücklich für Natursteinarbeiten geeignet sein und sind nach Herstellerangaben zu verwenden.
* Trasszementmörtel für Mauerwerk aus Granit / Muschelkalkstein / Hartsandstein
* Trasskalkmörtlel für Sandstein-Mauerwerk, vor allem schlesischer Sandstein
Noch ein Tipp: erstellen Sie mit Sorgfalt den wasserdurchlässigen Unterbau und die Hinterfüllung Ihrer Natursteinmauer. Nur Mauern die „durchtrocknen“ können und nicht „dauernass“ sind, bleiben standfest und neigen nicht zum „bemoosen“ oder Algenbildung.
Trockenmauer aus Natursteinen
Aufbauhinweise (Kurzfassung)
• Anlauf nach DIN ca. 15 % / wichtig!
• A = Drainagematerial / Drainageschotter ohne Feinanteil
• B = ggf. Drainagerohr (bei starkem Gelände Wasserdruck)
• C = Frostschutzfundament (lagenweise verdichtet)
• Kanten- oder Pflastersteine im Edelsplittbett (vermindert die Veralgung der
Mauersteine im Mauerfuß, verbessert die Entwässerung der
anschließenden Bodenfläche vor der Mauer und erleichtert die
Kantenpflege)
